Messing CW617N (handelsüblich OT58), die Standardlegierung für Klemmverschraubungen, Ventile und Verteiler, enthält etwa 2 % Blei (1,6-2,5 %), um die maschinelle Bearbeitbarkeit zu gewährleisten. Es ist ein technologischer Kompromiss, der seit Jahrzehnten besteht: ohne Blei lässt sich Messing nur schwer bohren, Gewinde schneiden oder warmpressen.
Bei längerem Kontakt mit Trinkwasser, insbesondere wenn dieses sauer, salzarm oder sauerstoffreich ist, wird Blei durch oberflächliche Auslaugung freigesetzt. Parallel dazu wandert bei einigen Legierungen das Zink selektiv ab und führt zur Entzinkung. Es handelt sich um zwei verschiedene Phänomene, beide seit über zwanzig Jahren von der europäischen Gesetzgebung dokumentiert.
Die Richtlinie (EU) 2020/2184 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch legt den Bleigrenzwert heute bei 10 µg/L fest. Ab 2036 sinkt er auf 5 µg/L. Für Hersteller von Fittings wird es daher wesentlich, die funktionale Barriere zwischen Legierung und Wasser Charge für Charge zu dokumentieren.
Die elektrolytische Verzinnung löst das Problem physisch. Reines Zinn, ungiftig und seit jeher zur Innenbeschichtung von Lebensmittelkonservendosen verwendet, wird auf der Oberfläche des Fittings abgeschieden und bildet eine durchgehende Barriere. Der direkte Kontakt zwischen Wasser und Messing wird durch eine durchgehende metallische Barriere reduziert.